Wilhelm Burger
1970 Cadillac Coupe De Ville

ROAD TEST 1969 says:

Snob Appeal on Wheels: The Cadillac Coupe De Ville. Take an easy chair from here to there. ... A car with an image like the Cadillac's cannot afford to look ordinary or cluttered. The design is simple but impressive.

As you see, this classic is definitely not "cluttered" nor "ordinary". One can only love the well-balanced proportions of this two-door coupe and its big V8 engine. This model has been used in may popular movies, most often in the convertible version. I prefer the coupe because it is not as popular and easier to maintain than the convertibles. I bought this car in 1994 in San Bernardino (California) from a clerk at a local supermarket, who used it for driving to work every day. It's original color was olive green, similar to an army tank. It is powered by a 472 cubic inch (~ 7.7 liters) engine which gives sufficient thrust and allows for occasional fun above the speed limits on the Autobahn. Fuel consumption is quite modest and actually irrelevant. The car is solidly engineered and very reliable. Also notice the original spoked hub caps, which the previous owner kept a very anxious eye on.

Yes, there are people who do not share this kind of excitement or simply disapprove. Perhaps the following passage (in German) helps to understand this insanity.

Die geheime Lust des Autofahrers: 20 Liter auf 100 Kilometer
Das Tier will Benzin

Burkhard Straßmann (Die Zeit, Nr.11, 10.3.1995, S.85)

Ich war wie Sie! Lappenwäsche statt täglich duschen, Taschenrechner solar, aber hallo!, sanfter Tourismus im Sauerland, Sie wissen schon. Doch eines Tages, vor genau vier Wochen, kam ein Teufel über mich und nahm Besitz von mir.

Es fing harmlos an. Am Morgen erwachte ich und fand, ich sollte aufstehen, 600 Mark nehmen und ein Auto kaufen. Ein Auto, das wie neu aussieht, kaum gefahren ist und zwei Jahre TÜV hat. Solche Ideen gibt einem der Teufel ein.

Kurze Zeit später stand ich vor dem grünen Volvo. Praktisch ein Neuwagen. Zwei Jahre TÜV. 20 Jahre, kein Alter. Herrlich! Aber: 100 PS. Anderthalb Tonnen. 17 Liter Super, locker. "Nein!" schrie ich, und meine Hand umkrampfte die 600 Mark, "das nicht, nie, niemals!" Zu hören aber war kein Ton. Satan hatte meinen Mund verschlossen. Er stieß hart gegen meinen Kopf – ich nickte. Er öffnete gewaltsam meine Hand – das Geld fiel auf den Tisch.

Ich schwöre: Einst war ich wie Sie! Fußgänger aus Leidenschaft. Allenfalls Fahrrad. Oder Bahn. Wenn aber das Auto gar nicht zu umgehen war, dann mußte es hundertmal abgasgereinigt sein, kennwertgesteuert eingespritzt, CW-optimiert. Die Fahrweise mußte angepaßt, ökologisch, vernünftig sein: weder Bremsen noch Gas rollen! Ich war ein fanatischer Anbeter der Ecomatic, die das Hochschalten diktiert und Vollgasfrevel sofort meldet. Es ist wahr: Ich notierte meine lächerlich geringen Verbräuche in einer Kladde! Doch nun – ritt mich der Teufel.

Der ungeheuerliche Durst des "Tiers", wie ich die schwere Limousine spontan genannt hatte, bereitete mir ein perverses, nie gekanntes Vergnügen. Wohlige Schauer liefen mir über den Rücken, sobald ich an das kannenweise durch den Vergaser laufende Benzin dachte. Eines solchen Tieres Durst zu stillen wurde zur Aufgabe, deren Bewältigung mich stolz machte. In einer ganz finsteren Stunde ließ ich aus den Reifen etwas Luft ab und verstellte mit einem kleinen Schraubenzieher die Zündung – 20 Liter, das war mein Traum!

Manchmal stellte ich mich jetzt auf Autobahnrastplätzen in die Nähe der Phalanx der Allrad- Fanatiker. Wie viele andere hatte auch ich lange Zeit gerätselt, was diese Menschen, die bekanntlich nie im Gelände fahren, an ihren sperrigen, hochhackigen Kleinlastwagen finden. Nun kannte ich ihr kleines Geheimnis! Mit leuchtenden Augen wisperten sie einander Literzahlen zu. "Was nimmt dein Jeep?" – "26,8 Liter Super verbleit!'' – "Stadt?" – ``Strecke, konstant 100.'' – "Toll!"

Ich entdecke ein neues Wir-Gefühl. Wir sind nicht wenige! Unsere geheime Leidenschaft verbindet Fabrikbesitzer und Hausbesetzer, Zahnärzte und Zahnlose, die Eigner riesiger neuer Geschosse und die Lenker riesiger alter Karren. Das Abfackeln fossiler Brennstoffe ist unsere Lust.

Auch wir haben eine Stätte der Wahrheit, der Schönheit, der Erhabenheit, einen Ort, wo wir zu uns finden, eine Kirche: Das ist die Tankstelle. Da stehen wir mit unseren großen, durstigen Tieren und kippen Hektoliter des elektrisierenden Saftes in unsere bodenlosen Tanks, um später an der Kasse die Blauen nur so hin zu blättern und zu bluten. Ein rechter Opfergang ist das Tanken.

Hören Sie? Wie er quietscht, der kleingeistige Windkanalfreund, wenn er von der neuesten Benzinsteuererhöhung hört. Wir dagegen jubeln. Je höher der Preis, desto größer und herrlicher unser Opfer. Sehen Sie? Wie er den Benzinschlauch wringt, der mediokre Tropfenzähler. Wie er sorgsam noch den Zapfhahn schüttelt. Jeder verlorene Tropfen möchte ihm den Schnitt zunichte machen. Wir dagegen lassen es zum Ende des Tankens immer noch einmal herzhaft schwappen und spritzen – "Ein Sonderopfer für die Hölle", lachen wir rauh. Dann lassen wir das Tier brüllen. Und das Land mit all seinen verdrucksten Ökospießern versinkt in unserer Abgasfahne.

Ich war wie Sie! Zünden Sie eine Kerze für mich an!
Beten Sie!

 

 

 
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