Wilhelm Burger
Hunnen bauen Raumschiff!

Aktuelle "hunnische Forschungen" kommen zum überraschenden Ergebnis, dass die Hunnen nicht nur nicht ausgestorben sind, sondern vielmehr im Geheimen an einem Raumschiff bauen und damit allen anderen Zivilisationen um 500 jahre voraus sind – Wahnsinn!

Jesus war ein Halb-Hunne

Von PETER BOGNAR
Aus: Die Presse 04.06.2005 - Chronik / Weltjournal Ungarn

Angebliche Nachkommen Attilas kämpfen um ihre Anerkennung als Minderheit. Budapest. Unter ihrem legendären Anführer Attila (Etzel) versetzten die Hunnen einst ganz Europa in Angst und Schrecken. Heute, mehr als 1500 Jahre später, kämpfen in Ungarn einige tausend "Nachkommen der Hunnen" um ihre offizielle Anerkennung als Minderheit.

Imre Novák Josua, der sich als "Herold" und "Priester" seines Volkes bezeichnet, erklärt im "Presse"-Gespräch, dass die Hunnen erst nach dem EU-Beitritt Ungarns 2004 gewagt hätten, ihre "Schlupfwinkel" zu verlassen. Tausend Jahre lang sei sein Volk "wegen seines urchristlichen Glaubens verfolgt, unterdrückt und entrechtet" worden. Der 29-Jährige gebraucht in diesem Zusammenhang ungeniert das Wort "Holocaust".

Begonnen habe die Verfolgung der Hunnen mit der Christianisierung Ungarns unter König Stephan dem Heiligen um das Jahr 1000. Fortan habe Ungarn unbeirrt die "Tilgung seines hunnischen Erbes" vorangetrieben. Trauriger Höhepunkt sei dabei die Monopolisierung der finno-ugrischen Theorie im 19. Jahrhundert geworden, so Novak. Diese besagt, dass die Magyaren sprachlich mit den Völkern der Finnen und Esten verwandt seien. Novak betrachtet die finno-ugrische Theorie als "unhaltbar und lächerlich". Und er ist überzeugt: "Die Zeit wird die hunnischen Wurzeln der Ungarn früher oder später ans Licht bringen."

Die Urheimat der Hunnen ist für Novak die Insel Atais, die um 5000 v. Chr. im Pazifischen Ozean versunken sei. Damals wären die Hunnen in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden. Heute lebten ihre Nachfahren nicht nur in Asien und Europa, sondern auch in Südamerika und sogar auf Hawaii.

Novak ist sicher, dass auch die großen Hochkulturen der Frühgeschichte, wie die Sumerer und Babylonier, "auf die Hunnen zurückzuführen sind". Aber auch bei der Herausbildung des Christentums hätten die Hunnen eine maßgebliche Rolle gespielt. Denn Jesus selbst sei ein Halb-Hunne gewesen. "Die Mutter Jesu, Maria, war eine Partherin", so Novak. Und die Parther hätten ebenfalls zu den hunnischen Stämmen gehört.

Die "unbestreitbare zivilisatorische Überlegenheit der Hunnen", sieht Novak nicht zuletzt in der "hunnischen Schöpfungslehre" begründet. Diese beinhalte unter anderem das "Geheimnis über die wahre Struktur des Universums". Auf diesen "Wissensschatz" bauen laut Novak auch die heutigen "hunnischen Forschungen" auf. So würden die Hunnen in einem Budapester Labor derzeit an der Entwicklung eines Raumschiffes tüfteln, das "zwischen den räumlichen Dimensionen springen kann." Novak: "Bekämen die Hunnen für ihre Forschungen mehr finanzielle Unterstützung, wäre Europa in technologischer Hinsicht allen anderen Erdteilen 500 Jahre voraus."

Deshalb ist es für Novak völlig unverständlich, warum die Hunnen in Ungarn noch immer nicht den Minderheitenstatus erhalten haben. Ein parlamentarischer Ausschuss wies ihren einschlägigen Antrag im vergangenen April jedenfalls zurück. Novak und seine hunnischen Mitstreiter wandten sich daraufhin an den ungarischen Verfassungsgerichtshof, dessen Entscheid allerdings noch anhängig ist.

Sollten die Hunnen auch vom Verfassungsgerichtshof abgewiesen werden, wollen sie "bis nach Brüssel gehen", um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.


Attila ("Etzel"), König der Hunnen. Die bewusst unattraktive Darstellung wurzelt sicher im Neid und der Gemeinheit seiner Zeitgenossen, denn ...


... wie die Filmliteratur beweist war Etzel in Wirklichkeit ein fescher Bursche und Frauenheld!


Durchaus zu glauben, dass derselbe in seiner Freizeit auch an intelligenten Raumschiffe bastelt. Schließlich steht hinter (vor?) jedem großen Ingenieur eine starke Frau!